… heute ist sie 25.
Sie ist ich. Oder ich bin sie.
Manchmal ist es nur so, dass ich die Kleine, die ich einmal gewesen bin, nicht als Ich bezeichnen kann. Weil sie so weit weg ist. Und so abwesend. Wenn ich sie auf Fotos sehe, dann kann ich sagen: „Das bin ich.“ An Manches erinnere ich mich auch noch oder verbinde ein Gefühl damit. Doch meistens ist es nur „sie“.
Ich habe schon so oft versucht, eine Verbindung zwischen uns herzustellen, und manchmal gelingt es mir auch, sie an die Hand zu nehmen, zu umarmen oder mit ihr Karussell zu fahren. Doch dann, in anderen Momenten, da ist sie wieder so weit weg und unnahbar.
Wie ein Rätsel, gefangen in der Vergangenheit.
Doch manchmal, wenn ich draußen unterwegs bin, dann fühle ich mich genauso klein, neugierig und verspielt wie jenes 4-jährige Mädchen. Zum Beispiel bei meinen geliebten langen Spaziergängen auf verwesenen Trampelpfaden neben der Isar. Das ist dann meine ganz eigene Welt, und ich genieße während dem verbundenen Gefühl meiner Füße mit dem Boden die Schönheiten der Natur. Die blühenden Bäume und das Rascheln kleiner Häschen in den Blättern. Und manchmal ertappe ich mich dabei wie ich mir vorstelle, gerade über eine große Kinoleinwand zu gehen. In meinem ganz eigenen Film, wo ich zwar ich selbst bin und auch genau fühle, was ich tue, es mir manchmal aber trotzdem so vorkommt, als ob ich mir dabei zusehe. In einem Klappsessel sitzend zwischen vielen anderen Menschen. Mich darüber freue, wie alle um mich herum sehen und spüren, wie sich innere Zufriedenheit anfühlt.
Aber in Wirklichkeit hat sich nie jemand darum gekümmert. Es war einfach eine Fantasie, und es gab auch keine Kinoleinwand. Meistens war ich dann auch ganz schnell wieder zurück in der Wirklichkeit und merkte, dass das alles echt ist und kein Traum. Die Sonne ging langsam unter und ich dachte an die Filme im Fernsehen, wo in solchen Momenten des schimmernden Abendlichts immer Musik spielt. Ja, so ist es meistens: Die Musik setzt ein und alles ist gut.